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Wenn in Bolivien ein Mensch ins Gefängnis kommt, so begleitet ihn oft seine ganze Familie. Während Mutter oder Vater unter menschenunwürdigen Bedingungen in Haft sitzen, muss der andere Elternteil den Inhaftierten mit Lebensmitteln und dem täglichen Bedarf versorgen. Darunter leiden vor allem die Kinder: Sie verwahrlosen, hungern und vegetieren ohne Zukunft dahin.
Die Belegschaft und Geschäftsführung der August Storm GmbH und Co. KG in Spelle unterstützen deshalb seit vielen Jahren das Kinderdorf Christkönig im bolivianischen Cochabamba, das den „Gefängniskindern“ eine Heimat gibt und dafür sorgt, dass sie gesund und mit einer Schulbildung aufwachsen können.
Allein im Jahr 2009 kamen 38.300 Euro zusammen, die zur Erneuerung eines Schuldaches im Kinderdorf Christkönig verwandt werden. Dass alle Storm-Mitarbeiter geschlossen hinter diesem Hilfsprojekt stehen und unermüdlich Spenden sammeln, machen beeindruckende Zahlen deutlich: Seit 2002 sind aus dem Speller Unternehmen für Motoren und Antriebe 85.000 Euro in das Kinderdorf geflossen.
„Das Geld, aber vor allem auch das Interesse an den Kindern ist uns eine riesige Hilfe“, freuten sich Generaloberin Schwester Aloisia Höing, Schwester M. Dolores Bilo und Christa Doumat als Vorsitzende des Missionskreises. Seit zwei Jahren stehe das Kinderdorf Christkönig unter der Obhut der Heiligenstädter Schulschwestern, berichteten die Schwestern. Bolivien sei geprägt von einem politischen Umschwung und sozialistischen Ideen. Die katholische Kirche sei entgegen dieser Entwicklung vor Ort bemüht, ihren Einfluss zu behalten und soziale und christliche Inhalte weiter mitbestimmen zu können.
Wie die Generaloberin betonte, können die Kinder in der großen Schule des Dorfes vom Kindergarten bis zum Abitur alle Schulabschlüsse erwerben. Zudem seien die Gebäude für 13 ausbildende Werkstätten nunmehr fertiggestellt. Dort werde den Kindern und Jugendlichen in Zukunft eine Ausbildung in Handwerksberufen und somit ein gesichertes Lebensauskommen ermöglicht.
„In Südamerika ist die Kluft zwischen den vielen armen und den wenigen reichen Menschen groß. Es fehlt der gesunde Mittelbau zwischen Slum und Prunk“, sehen sich Seniorchef Dr. Klaus Storm und Geschäftsführer Bernard Storm, Betriebsratsvorsitzender Herbert Löchte ebenso wie die gesamte Belegschaft in der Pflicht zu helfen: „Almosen lindern Not nur kurzfristig. Wir hingegen unterstützen die Hilfe zur Selbsthilfe.“
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